Redebeitrag des asab_m

Als antisexistische, emanzipatorische Gruppe ist es für uns unausweichlich, gegen die Beschneidung der Frauenrechte zu kämpfen.
Widerstand gegen vorherrschende Geschlechterordnung und die patriarchale Gesellschaft zu leisten.

Die Regelungen über Schwangerschaftsabbrüche wurden bis in die Neuzeit nur von Männern gemacht, während das Wissen über mögliche Arten der Durchführung lange Zeit bei Frauen lag und von ihnen tradiert wurde.
Alle Frauen, die Abbrüche durchführten, wurden der Hexerei bezichtigt und mit dem Tod bestraft. Bis heute ist ein Schwangerschaftsabbruch in der BRD juristisch eine Straftat. Vor jedem Abbruch muss die betroffene Frau sich einem Beratungsgespräch unterziehen. Eine Frau die einen Abbruch durchführen möchte oder durchgeführt hat, wird von der Mehrheit der Bevölkerung geächtet.

Ökonomischer Druck und gesellschaftliche Moralvorstellungen schränken Frauen bezüglich der Wahlfreiheit über ihre Reproduktion ein.

Darüber hinaus stehen hier in München selbst ernannte „Lebensschützer“ jeden Tag im Westend vor der Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Sie belästigen, beschimpfen und schüchtern alle Frauen ein, die an ihnen vorbei müssen, sie sprechen Frauen mit ‚Mutti‘ an und nötigen sie, Plastikembryonen in die Hand zu nehmen.

Diese fundamentalistischen Christ_innen, die sich heute wieder versammeln um ein völlig überholtes Gesellschaftsbild zu reproduzieren und zu beschwören, nennen sich tatsächlich „Lebensschützer“.

Wenn sie wirklich Lebensschützer_innen wären, würden sie sich nicht um Zellhaufen in Frauen kümmern, sondern um bereits geborene Kinder, die überall auf der Welt jeden Tag hungern und sterben weil ihre Eltern kein Geld für Essen haben oder mit Armut Angst leben müssen.

Solange Abtreibung immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema ist, haben es Abtreibungsgegner_innen leicht, den Zugang zu Kliniken zu erschweren. Europaweit vernetzen sich immer mehr konservative, rechtspopulistische Parteien und Organisationen mit dem Ziel, auf EU-Ebene ein absolutes Abtreibungsverbot durchzusetzen.

Die Entscheidung eine Abtreibung durchzuführen wird niemals leichtfertig gefällt.

Laut UNO sterben weltweit jedes Jahr ca 65.000 Frauen an den Folgen illegaler Abtreibungen. 5 Millionen Frauen erleiden bei solchen Abbrüchen vorübergehende oder permanente Behinderungen. Der geringe Verdienst im öffentlichen Gesundheitswesen führt dazu, dass illegale Abtreibungen als lukrative Zusatzeinnahmequelle gesehen werden.

Durch Straffreiheit würde nicht die Zahl der Abtreibungen ansteigen sondern lediglich die Mortalitätsrate der Frauen, die durch illegale Abtreibungen entsteht, gesenkt werden.

Ein positives Beispiel dafür ist Nepal. Seit der Legalisierung von Abtreibungen 2002 reduzierte sich die Sterblichkeit von Schwangeren und Gebärenden auf fast die Hälfte.

Eine Frau sollte niemals aufgrund von völkischen Ideologien, als Gebärmaschine oder Brutkasten missbrauchen werden!

Nicht von den Münchener Lebensschützern oder sonst irgendwem!

Ob ein Schwangerschaftsabbruch sein muss oder nicht ist immer und ausschließlich die Entscheidung der betroffenen Frau! Kein alter Mann in Rom und keine Fundamentalist_Innen haben das Recht darüber zu Urteilen, wie sich eine Frau individuell in ihrer aktuellen sozialen Situation entscheidet!

Weg mit dem Paragraphen 218!

Wir sind gegen Diskriminierung, Rassismus und Illegalisierung!

Gegen Homophobie, Heterosexismus und christlichen Fundamentalistmus!

Für die Freiheit für das Leben, Selbstbestimmung muss es geben!


1 Antwort auf “Redebeitrag des asab_m”


  1. 1 München: Pro Choice Demo am 24.10. « Gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus! Pingback am 26. Oktober 2009 um 20:25 Uhr
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