Redebeitrag aus Innsbruck

Auch, oder gerade in Österreich sind die sogenannten „Lebensschützer_innen“ seit Jahren vor den Kliniken und auf der Straße in abschreckender Weise präsent und in über 10 verschiedenen, flächendeckenden Netzwerken organisiert.
Darunter natürlich HLI und EuroProLife.
Um ihr Ziel eines generellen Abtreibungsverbotes zu erreichen, gehen diese Organisationen immer auf die selbe Weise vor.
„Mama, töte Dein Kind nicht“, rufen ihre „Gehsteigberater_innen“ den Frauen vor den Kliniken hinterher, „wir beten für Dich“,.
Auch „Mörderin“, „Schlampe“ oder „Hur’ “, sind nur einige Beispiele für die gängigen Beschimpfungen der selbsternannten „Wächter der Kultur des Lebens“.
Oft werden Frauen unter falschen Vorwänden noch am Weg in die Klinik abgepasst, und in die eigenen Beratungszentren gelockt.
Wie eine „Beratung“ in einem solchen Lebensschutzzentrum aussieht, ist vorstellbar.
Doch damit nicht genug!
Auf zahlreichen Internetseiten wird versucht die antifeministische Propaganda weiter zu verbreiten.
So beschreibt zum Beispiel der österreichische Verein „Jugend für das Leben“ auf seiner Homepage die angeblich „wissenschaftlich“ erwiesenen Folgen eines Schwangerschaftsabbruches für Frauen: „Post-Abortion Syndrom“ und Brustkrebs, als direkte Folge einer Abtreibung.
Völliger Schwachsinn, aber:
Panikmache und Einschüchterungsversuche haben System!

Fundamentale Abtreibungsgegner_innen in Österreich begnügen sich jedoch nicht mehr mit diesen altbekannten Gräuelmethoden.
Seit 2008 versuchen sie ihre patriarchale, frauenverachtende, homophobe Ideologie mit Hilfe einer eigenen Partei mehrheitsfähig zu machen.
„Die Christen“ erreichten mit ihrem einziges Motto „Abtreibung muss aufhören“ bei den letzten Nationalratswahlen immerhin einen Wähler_innenanteil von 0.6% , also c.a 30.000 Stimmen!
Darüber hinaus springen auch andere rechte Parteien auf diesen Zug auf und fordern immer wieder eine Verschärfung der Fristenlösung, also des §97 StGB.
So wünscht sich etwa H.C. Strache, Österreichs bekanntester rechtspopulistischer Politiker, am rückschrittlichen deutschen Model angelehnte „verpflichtende Beratungen“.
Auch Väterrechte und mehr Mitbestimmungsrechte für Männer werden neuerdings parlamentarisch gefordert.
Auch die Katholische Kirche in Österreich schlägt ähnliche Töne an.
So etwa der salzburger Weihbischof Andreas Laun, Fürsprecher der „Jugend für das Leben“ , der nicht nur die Abschaffung der Fristenlösung fordert, sondern letzthin auch mit Aussagen zur „Heilbarkeit“ von Homosexualität von sich reden machte.
Das ist die Situation:
Selbsternannte Vatikanapostel, HLI, EuroProLife, Jugend für das Leben und andere verkannte Gotteskrieger_innen vermischen sich in dem Versuch Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, und benutzen jedes mögliche Mittel um ihre sexistische, erzkatholische Weltanschauung zu verbreiten.

Dabei agieren die meisten organisierten „Lebensschützer_innen“ grenzüberschreitend mit den selben Methoden, viele sogar weltweit.

Deswegen wollen wir solidarisch und entschlossen vorgehen
gegen die Instrumentalisierung von Frauen !
gegen Abtreibunggegner_innen!
gegen den 1000 Kreuze Marsch!


1 Antwort auf “Redebeitrag aus Innsbruck”


  1. 1 München: Bericht Pro Choice Demo am 24.10. « Gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus! Pingback am 26. Oktober 2009 um 20:53 Uhr
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